TSV Dauelsen e.V. - Newsartikel drucken


Autor: Joern Liegmann
Datum: 31.05.2022


Verdienter Punktgewinn in letzter Minute gestohlen

Nach der desaströsen Leistung gegen Wahnebergen ging es an diesem Sonntag gegen den Tabellenzweiten aus Hülsen. Die Vorzeichen für dieses Spiel standen allerdings erschreckend schlecht. Zum einen die völlig verdiente Niederlage am letzten Wochenende, dazu eine 1:7 Klatsche im Hinspiel und ein auf 12 Mann zusammengeschrumpfter Kader, in dem drei Spieler angeschlagen aufs Feld mussten. Die Devise vor dem Spiel war also eine zumindest kämpferische Wiedergutmachung für das Ergebnis in Wahnebergen und damit verbunden die Bude so lange dicht zu halten wie es möglich ist, um nicht ein weiteres Mal unter die Räder zu geraten.

Doch schon nach sechs Minuten schien diese Taktik gescheitert. Hülsen machte von Beginn an das Spiel und schon nach wenigen Minuten gelang ihnen per durchgestecktem Pass das 1:0. Ianski hatte im 1 gegen 1 das Nachsehen. Allerdings merkte man meinen Jungs an, dass ihnen das Spiel der Vorwoche zu schaffe machte und sie alles daran setzten wollten, diese Scharte auszugleichen. Der frühe Rückstand brachte sie nicht aus der Fassung und zunehmend gelang es besser, den stürmischen Bemühungen der Gastgeber Paroli zu bieten und eigene Nadelstiche nach vorne zu setzen, was zumeist gelang, wenn schnell über außen gespielt wurde.

Allerdings hätte es durchaus das 2:0 geben können, ein fälliger Elfmeter nach Foulspiel im Strafraum wurde nur deshalb nicht gegeben, weil vorher Abseits gepfiffen wurde. Dafür machten wir es auf der Gegenseite in der 15. MInute besser. Eine Ecke von Rouven lenkte Serhat überlegt an den zweiten Pfosten weiter, wo Lukas goldrichtig stand und aus kruzer Distanz den Ball ins Netz beförderte: 1:1!

Dabei sollte es nicht bleiben. Nur zwei Minuten später wiederholte sich der Ablauf in ähnlicher Manier. Rouven brachte einen Freistoß auf Höhe der Mittellinie tief in den Strafraum der Gäste, Serhat verlängerte von links auf Hannes am langen Pfosten, Kopfball, Tor, 1:2!

Das Spiel nahm daraufhin munter Fahrt auf, mit Offensivbemühungen auf beiden Seiten, wobei mehr und mehr die Feldüberlegenheit an uns ging. Folgerichtig erhöhten wir in der 36. Minute auf 1:3. Lukas setzte sich im Laufduell auf der linken Seite hervorragend durch, flankte nach innen, wo Andi erst verpasste und Hannes dann überlegt flach verwandelte.

Mit diesem überraschenden, aber eindeutig verdienten Ergebnis ging es in die Pause. Dabei war uns klar, dass Hülsen in Durchgang zwei noch einmal richtig aufdrehen und für uns die Defensivarbeit zusehends schwerer werden würde. Der Mix aus angeschlagenen und wenigen Spielern bei uns und einem mit voller Bank ausgerüsteten Gegner, ließ wenig andere Schlussfolgerungen zu.

Wie erwartet entwickelte sich in der zweiten Hälfte eine Abwehrschlacht, bei der Hülsen immer wieder auf unser Tor drückte, während wir mit zunehmender Spieldauer die eigene Offensive komplett vernachlässigen und uns auf das Verteidigen konzentrieren mussten.

Zweimal in der regulären Spielzeit waren unsere Bemühungen allerdings vergebens. Erst rutschte in der 55. Minute ein langer Ball durch die Abwehrreihe und der gegenerische Stürmer konnte im direkten Duell gegen Ianski seine Klasse unter Beweis stellen. Dann verdeitigten wir etwa eine Viertelstunde später zu passiv am eigenen Strafraum, wobei dem Gegner zu viel Zeit für ein kluges Anspiel in den 16er blieb, wo der hülsener Stürmer Ianski aus kurzer Distanz keine Chance ließ.

An klaren Torchancen für die Gastgeber war dies jedoch fast alles, weil wir auf der letzten Rille spielend alles in die Waagschale warfen, um den einen, absolut verdienten, Punkt mit nach Hause zu holen.

Besonders bitter, dass die Entscheidung darüber nicht das Können des Gegners, sondern das Unvermögen des Schiedsrichters hatte. Konnte man sich in der ersten Halbzeit über die Leistung des Unparteiischen in keiner Weise beschweren, hatte es in Durchgang zwei unerklärlicherweise mehrmals Szenen gegeben, in denen wir klar benachteiligt worden waren. Damit hätte man noch leben können, nichts davon war weltbewegend, hinterließ nur ein Geschmäckle.

Doch die Entscheidung in der zweiten Minute der Nachspielzeit war nichts anderes als eine Frechheit: Bei einem hohen Ball an die Strafraumkante wurde Jonah von seinem Gegenspieler geschubst und stolperte dadurch in einen zweiten Gegner hinein. Völlig unverständlich, dass man dafür Foul für Hülsen pfeift, noch lächerlicher wurde es allerdings, als der Schiedsrichter das Geschehen, welches sich kurz vor dem 16er abspielte, in diesen verlegte und Strafstoß für Hülsen pfiff. Und um noch einen drauf zu setzen, begründete er seine Entscheidung damit, dass es in der ersten Halbzeit ja auch eine strittige Szene im 16er gegeben hätte! An dieser Stelle habe ich etwas die Contenance verloren und für mein Verhalten zu Recht eine gelbe Karte kassiert. Doch so um seine über 90 Minuten hart erkämpfte Leistung gebracht zu werden, ist einfach kaum zu ertragen.

Entsprechend bedient war auch meine Mannschaft nach dem kurz darauf folgenden Schlusspfiff. Doch die Leistung in diesem Spiel stimmte und man hat sich selbst überhaupt nichts vorzuwerfen. Und diese positive Einstellung muss nun in das letzte Spiel am Mittwoch in der nächsten Woche gegen Brunsbrock mitgenommen werden. Vor allem, weil es personell weiterhin schlecht aussieht.